Begleiteter Umgang ist eine Maßnahme, in der einem umgangsberechtigten Elternteil oder Verwandten der Umgang mit dem Kind bei Anwesenheit einer neutralen, psychologisch geschulten Fachkraft gewährt wird, die den Umgang so begleitet, dass er zum Wohl des Kindes verläuft.

Begleiteter Umgang kann von den Umgangssuchenden beim Jugendamt beantragt werden.

Der Umgang findet idealerweise in den Räumen des mit dem Umgang beauftragten Trägers/Anbieters statt, damit in hochstrittigen Fällen eine Begegnung auf neutralem Boden gewährleistet werden kann.

Liegt eine psychische Erkrankung eines Elternteils/Umgangsnehmers vor kann die Begleitung über das übliche Zeitmaß (6-12 Monate) hinaus andauern, wenn eine Verselbständigung nicht erreichbar ist. Ziel ist hierbei, dass die Beziehung zwischen Umgangsnehmer/Umgangsnehmerin  und Kind erhalten bleibt.

Beispiel 1:

Frau F. lebt in einer therapeutischen Wohngemeinschaft für psychisch erkrankte Menschen. Ihre Tochter M. wurde in einer Pflegefamilie untergebracht. Wegen vorangegangener Suizidversuche der Mutter können sie und ihre 3,5jährige Tochter sich nicht unbegleitet sehen. Frau F. ist in guten Phasen eine sehr einfühlsame empathische Mutter. Es besteht eine gute Bindung. Um diese zu erhalten und Mutter und Tochter keinen Beziehungsabbruch zuzumuten, werden zwei Umgangsbegleiterinnen/Umgangsbegleiter eingesetzt, die dafür sorgen, dass sich M. und ihre Mutter verlässlich jede Woche sehen können.

 

Beispiel 2:

L. ist 5 Jahre alt. Er hat vor der Trennung seiner Eltern viel Streitigkeiten und Gewalt miterleben müssen. Obwohl die Eltern getrennt sind wird L. immer  noch in Auseinandersetzungen einbezogen. Das belastet ihn sehr. Die Mutter überträgt ihre Ängste vor dem Vater auf L., sodass auch er verängstigt ist und den Vater nicht allein treffen möchte. Durch den Einsatz eines Begleiteten Umgangs sieht L. seinen Vater jetzt regelmäßig und hat die Chance eine eigenständige Beziehung zu ihm aufzubauen. Mit Hilfe der Gespräche mit den Umgangsbegleiterinnen/Umgangsbegleitern lernt er sich von der Trennungsdynamik der Eltern abzugrenzen und die Begegnungen mit seinem Vater zu genießen.