Angebote und deren methodische und inhaltliche Grundlagen

Ambulante Hilfen sind diejenigen Interventionsformen, die am weitesten in den familiären Binnenraum hineinreichen, denn im Gegensatz zu den meisten sozialpädagogischen Hilfen finden sie im unmittelbaren Lebens- und Alltagsbereich der KlientInnen statt. Sozialpädagogische Fachkräfte suchen ihre KlientInnen auf und bieten ihnen problem- und lebensweltorientierte Unterstützung an, um auf individuell problembehaftete Veränderungen ihrer Lebenssituation angemessen und konstruktiv zu reagieren. Die Entwicklung einer eigenverantwortlichen Lebensgestaltung und Verbesserung der Beziehungsfähigkeit der Familienmitglieder untereinander, aber auch zur Außenwelt ist ein wichtiges Ziel. Die KlientInnen sollen in die Lage versetzt werden, ihr Leben und ihre Situation in der sozialen Umwelt selbst bestimmt zu gestalten. Dazu wird ihre Konfliktfähigkeit gestärkt und die Fähigkeit der Selbstreflexion gefördert, um sich mit den eigenen Rollen auseinandersetzen zu können. Die KlientInnen werden bei der Entwicklung eigener Ressourcen unterstützt, um diese später in ökonomischer, psychologischer und pädagogischer Hinsicht, eigenständig sinnvoll einsetzen zu können.

Die Fachkräfte von AMSOC unterstützen die KlientInnen bei der Identitätsfindung, entwickeln gemeinsam mit ihnen Lebensperspektiven und erweitern ihre soziale Kompetenz. Sie sensibilisieren Eltern für die Belange ihrer Kinder, brechen Isolation auf und unterstützen die Familienmitglieder beim Nachholen von Entwicklungsschritten. Darüber hinaus vermitteln sie praktische Fähigkeiten, um den Alltag zu bewältigen und helfen bei der Schaffung eines sozialen Netzwerkes. So unterstützen die Fachkräfte die KlientInnen bei der Wahrnehmung von Bedürfnissen, leisten Erziehungsberatung und fördern Aufbau und Pflege von Beziehungen.

Die Fachkräfte von AMSOC arbeiten aufklärend. Das Vertrauen der KlientInnen bildet hierfür eine wichtige Basis. Um die soziale Wirklichkeit der Familien erfassen zu können, arbeitet der Träger mit einem ganzheitlich systemischen und entwicklungsorientierten Ansatz. Die Arbeitsinhalte werden in Form eines Hilfeplanes, federführend mit der zuständigen Sozialarbeiterin des Sozialpädagogischen Dienstes, in Absprache gemeinsam mit den Klient/Innen und dem zuständigen Jugendamt, individuell am Bedarf der jeweiligen Familie entwickelt und finden nach 6 Wochen in einem Ziel- und Handlungsplan eine schriftliche Niederlegung in Form eines Handlungskonzeptes.

Die Fachkräfte von AMSOC verfügen über sehr gute Kenntnisse der Infrastruktur der Bezirke und deren regionale Netzwerke. Sie arbeiten seit langem mit den verschiedenen Institutionen der Bezirke zusammen und können diese Kenntnisse zielgerichtet zu Gunsten ihrer KlientInnen einsetzen.

In Krisensituationen ist es nach Absprache mit den regionalen Sozialpädagogischen Diensten möglich, sehr schnell und flexibel auf eine akute Problemstellung zu reagieren. Die Möglichkeiten reichen hier von einer zeitlich begrenzten Erhöhung der Stundenzahl bis zum Einsatz eines Co-Teams in der Familie. Bei Krisen, die am Wochenende oder nachts auftreten, bedienen sich die Fachkräfte der Möglichkeit der Zusammenarbeit mit dem Berliner Krisendienst und den Kinder- und Jugendnotdiensten.

Bei allen Hilfen ist das Augenmerk auf das Wohl der Kinder gerichtet, nicht nur in Krisenzeiten, sondern auch bezogen auf die langfristige Förderung des gesamten Familiensystems.

Zielgruppenorientiertes Vorgehen

Die langjährigen Erfahrungen und Kenntnisse der Fachkräfte auf unterschiedlichen psychosozialen Gebieten ermöglichen ein differenziertes Arbeiten mit folgenden Hauptzielgruppen:

Jugendliche

Typische inhaltliche Schwerpunkte bei der Arbeit mit Jugendlichen sind

  • Schule und Berufsfindung
  • Ablösungsprozesse von den Eltern zu begleiten
  • Probleme, die sich aus der Pubertät ergeben

Zunehmend bildet die Auseinandersetzung mit Kriminalität und Gewaltbereitschaft von Jugendlichen Inhalt der pädagogischen Arbeit.

Familien mit Kleinkindern

Hier sind die Kenntnisse der Bindungstheorie von großer Bedeutung. Die Fachkräfte sind sensibilisiert auf die Kommunikation zwischen Säugling und Mutter und auf die Diade die Einbeziehung des Vaters als Dritten.

Die Gewährleistung der medizinischen Versorgung sowie Frühförderung zur Vermeidung größerer Entwicklungsdefizite gehören zum Arbeitsalltag. Erfahrungsgemäß bedeutet die Arbeit mit Kleinkindern eine Unterstützung von Hygiene, Ernährung, Sauberkeitserziehung, der Wahrnehmung der Gesundheitsvorsorgetermine und die Eingliederung in eine Tagesbetreuung.
Um ein tragfähiges Familienmodell entwickeln zu können, kommt dem Hineinwachsen der Eltern in die Mutter- bzw. Vaterrolle eine besondere Bedeutung zu.

Familien mit behinderten Kindern und/oder behinderten Erwachsenen

Die betroffenen Familien werden durch den Prozess der Verarbeitung der Behinderung professionell begleitet und unterstützt. Nicht zuletzt um einer Isolierung der Familie vorzubeugen, wird die Auseinandersetzung mit dem sozialen Umfeld einbezogen. Neben der Förderung lebenspraktischer Fähigkeiten, der eigenen Identitätsfindung und der Unterstützung, um die mit der Behinderung einhergehenden Emotionen zulassen und verarbeiten zu können, kommt der direkten Erziehungsberatung große Bedeutung zu. Dabei bleibt die Gesamtsituation der Familie mit ihren oft entwicklungserschwerenden Haltungen wie z.B.: Hilflosigkeit, Schuldgefühlen, Verzweiflung, Opfer- und Fluchtverhalten, Betriebsamkeit, Illusionshaltung, Gleichgültigkeitshaltung usw. sowie die Situation nicht behinderter Geschwister grundsätzlich im Fokus.

Familien mit Migrationshintergrund

Erfahrungsgemäß beinhaltet die Arbeit mit ausländischen Familien Kenntnisse über die mit den besonderen Kulturen einhergehenden geschlechtsspezifischen Familienstrukturen. Die Fachkräfte des Trägers haben Erfahrung in der Arbeit mit Familien aus verschiedenen Ländern. Ihnen ist der Umgang mit den unterschiedlichsten religiösen Gruppierungen sowie mit interkulturellen Lebensgemeinschaften vertraut.

Die Arbeit mit Migrationsfamilien stellt besondere Anforderungen an die sozialpädagogische Fachkraft:

  • Wissen über die Bedeutung von Flüchtlingserlebnissen und traumatischen Belastungen. Hier Hinführung zu speziell ausgebildeten Therapeuten.
  • Vermittlung der kulturellen Werte der Aufnahmegesellschaft
  • Hilfestellung zur Integration (Vermittlung in Sprachkurse und Bildungsmaßnahmen)

Die Arbeit des Trägers umfasst Integrationsarbeit, die die sprachliche- und interkulturelle  Kompetenz der Fachkräfte voraussetzt und beinhaltet.

Auch zum Thema „Kinder psychisch erkrankter Eltern mit Migrationshintergrund“  verfügen die Fachkräfte über spezialisiertes Wissen und setzen dies in der Praxis ein..

Familien mit Missbrauchs- und Gewaltproblematik,
Grenzüberschreitendes Verhalten

Hierbei kann es sich um sexuellen Missbrauch sowie um psychische und physische Misshandlung von Kindern und Erwachsenen handeln. Auf der Grundlage des bewussten Umgehens mit den eigenen Grenzen, Ängsten und Aggressionen und einem regelmäßigen Austausch mit Fachpersonal und/oder KollegInnen bedeutet die Arbeit in diesem Bereich die Auseinandersetzung mit Abwehr, Verharmlosung, Unverständnis und Unglauben einerseits, und Ohnmacht, Scham, Ängsten und Trauer andererseits. Die MitarbeiterInnen leisten fachkundige Begleitung bei der Aufarbeitung von Traumata, beraten, stärken und unterstützen die jeweils Betroffenen und Angehörigen. Sie leisten Hilfe, Beratung und Aufklärung, um erneute Übergriffe (z.B. bei gewalttätigen Familienmitgliedern) zu verhindern und um die gewohnte Gewaltanwendung durch konstruktivere Formen des Konfliktlösungsverhaltens ersetzen zu können.

Familien mit Suchtproblematiken

Die Arbeit in Familien mit Suchtstrukturen beinhaltet neben der Beachtung von Widersprüchlichkeit, Gefühlsunterdrückung und -Verzerrung, Co-Suchtverhalten, destruktiven Bündnissen, Rollenfestlegungen und hohem Aggressionspotential der Auseinandersetzung mit der Eigenverantwortung des Suchtproblems eine besondere Bedeutung zu. Auch das Finden und die Neugestaltung alternativer Lebensformen und hilfreicher Lebensmuster sind hier wichtig. Es gilt darüber hinaus die altersgerechte Entwicklung der Kinder und deren Bedürfnislage den Eltern wieder (oder erstmalig) bewusst zu machen. Die Auseinandersetzung der Fachkräfte mit eigenen Grenzen, Ängsten und Aggressionen ist bei diesen Zielgruppen unabdingbare Voraussetzung für die Arbeit mit diesen Zielgruppen.

Arbeit mit verwahrlosten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen

Schwerpunkt ist die Entwicklung und der Aufbau eines alternativen Lebenskonzeptes mit tatkräftiger Unterstützung (Learning By Doing). Die Fachkräfte helfen die Wahrnehmung der Eltern für die Bedürfnisse und Fähigkeiten ihrer Kinder zu sensibilisieren. Dies geschieht durch die Einbeziehung der Lebensgeschichte der Eltern und die Sensibilisierung für die eigenen Bedürfnisse. Die Eltern werden unterstützt ihr soziales Umfeld zu erweitern und alternative Verhaltensmuster zu erlernen.

Darüber hinaus unterstützen die Fachkräfte die Klientinnen bei Antragstellungen zur Sicherung des Lebensunterhalts, bei der Schuldenregulierung, bei der Erhaltung des Wohnraums.

Arbeit mit psychisch erkrankten Eltern und ihren Kindern

Im Vordergrund steht das Einlassen auf die spezielle Wirklichkeit der Betroffenen, diese zu begleiten und auf der Basis der Akzeptanz an Veränderung und der Wiederherstellung des Realitätsbezuges zu arbeiten, z. Bsp. durch

  • Spiegelung der eigenen Gefühle.
  • Arbeiten an der Krankheitseinsicht
  • Sensibilisieren für die Frühwarnsymptome
  • Hinführung zu Therapien,
  • Aufzeigen von medikamentösen Behandlungsmöglichkeit
  • Aufbau von engmaschigen Netzwerken,
  • Erstellen eines Notfallplans,
  • Endtabuisierung der psychischen Erkrankung

Gleichzeitig müssen die Fachkräfte Techniken der Abgrenzung beherrschen.

Die Kinder benötigen Orientierungshilfen und Unterstützung dabei, die Erkrankung des Elternteils zu verstehen, Normalität zu (er)leben und übernommene Verantwortung (Parentifizierung) wieder abgeben zu können.

Die Fachkräfte verfügen über fundierte Kenntnisse psychiatrischer Krankheitsbilder, Medikation, entsprechender Beratungsstellen, therapeutische Praxen und Kliniken.

Wenn ein Familienmitglied psychisch erkrankt ist betrifft das die ganze Familie. Angehörigenarbeit oft über Generationen ist ein wichtiger Bestandteil der Familienhilfe.

Ferienzeit-Konzept

Die Schulzeit bietet für Eltern und Kinder eine feste Struktur des Alltags. Täglich bis hin zum Spätnachmittag sind die Kinder fest im schulischen Ablauf integriert und die Eltern während dieser Zeit von der Verantwortung entbunden. Oft sind die Eltern überfordert, wenn sie ihren Kindern in der Ferienzeit “rund um die Uhr” vermehrt Aufmerksamkeit, Zuwendung, Anregung zu sinnvoller Freizeitgestaltung usw. bieten sollen. Destruktive Unternehmungen, Umherstreunen, Kaufhausstreifzüge, übermäßiger Fernsehkonsum und ein hohes Maß an Aggressionsbereitschaft im häuslichen Rahmen sind oftmals die Folgen.

Um diese Muster zu verändern bietet AMSOC Ferienfreizeitprogramme:

  • Neue Erlebniswelten innerhalb Berlins
  • Ausflüge in Natur und Umland Berlins
  • Erfahrungsmöglichkeiten im kulturellen Bereich
  • Kennenlernen der Umgebung Berlins

Dieses Angebot bietet:

  • sinnvolle Freizeitgestaltung, an der auch Eltern teilhaben können
  • Anregungen für Kinder und Eltern und damit Entspannung der häuslichen Situation während der Ferienzeit
  • Gruppenerfahrungen mit pädagogischer Anleitung und hohem
  • Betreuungsschlüssel

Um den oft unter der Armutsgrenze lebenden Familien, insbesondere den Kindern Ferienaktivitäten ermöglichen zu können, finanziert AMSOC über Stiftungsgelder für die betreuten Familien Freizeitangebote.

 

Grenzen von Familienhilfe

Die Mitarbeiter sind sich bewusst, dass Familienhilfe eine sozialpädagogische Unterstützung ist und keine Therapie. Menschen mit tiefergreifenden psychischen Problemen werden an anderweitige Unterstützungsmöglichkeiten herangeführt.

Kooperation, interdisziplinäre Zusammenarbeit

Der Träger kooperiert mit Ämtern, Institutionen, TherapeutInnen, Krisenzentren, ÄrztInnen, Kliniken, Schulen, Kitas, Schuldnerberatungen
AMSOC e.V. legt großen Wert auf die Zusammenarbeit mit allen in der Familie zuständigen Fachkräften.

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